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Straf- und Massnahmenvollzug

Der schweizerische Straf- und Massnahmenvollzug befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen dem Bedürfnis der Gesellschaft nach Sühne und Sicherheit und der moralischen und rechtlichen Verpflichtung, Straftäter menschlich zu behandeln und im Hinblick auf das Ende ihrer Strafe auf ein deliktfreies Leben vorzubereiten. Die KKJPD arbeitet in diesem Spannungsfeld auf eine Verstärkung der interkantonalen Kooperation hin.

Während der Bund für die Strafgesetzgebung zuständig ist, sind die Kantone für die Regelung und den Vollzug der Strafen und Massnahmen verantwortlich. Sie haben sich in drei Konkordaten organisiert, die in ihrem jeweiligen Gebiet für einen gewissen Grad an Harmonisierung, gemeinsamer Steuerung und einen gebündelten Einsatz der Mittel sorgen.

Als gesamtschweizerisches Organ auf politischer Ebene sorgt der Neunerausschuss, eine ständige Fachkommission der KKJPD, für den Austausch und die Harmonisierung unter den Konkordaten. Er erarbeitet gemeinsame Richtlinien und Empfehlungen, greift aber nicht in die Vollzugshoheit der Konkordate ein.

Auf operativer Ebene sorgt das von Bund und KKJPD getragene Schweizerische Ausbildungszentrum für das Strafvollzugspersonal für einheitliche Standards und Inhalte bei der Ausbildung.

In den letzten Jahren sind die Anforderungen an die Institutionen des Justizvollzugs aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und neuer rechtlicher Vorgaben gestiegen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat die KKJPD eine Stärkung der Zusammenarbeit beschlossen. Sie soll durch die Gründung eines gesamtschweizerischen Kompetenzzentrums Justizvollzug erreicht werden. Ein detailliertes Konzept soll bis im Frühjahr 2015 vorliegen.

Im November 2014 hat die KKJPD darüberhinaus gemeinsame Grundlagen für den schweizerischen Sanktionenvollzug verabschiedet.

Grundlagen für den schweizerischen Sanktionenvollzug (pdf)