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Menschenhandel und Menschenschmuggel

Als Menschenhandel bezeichnet Artikel 182 des Schweizerischen Strafgesetzbuches das Handel treiben mit Menschen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung seiner Arbeitskraft oder des Organhandels.         

Als Menschenschmuggel wird die Beihilfe zur rechtswidrigen Einreise, zum rechtswidrigen Aufenthalt oder zur rechtswidrigen Ausreise einer Person verstanden. Der Menschenschmuggel wird durch das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer unter Strafe gestellt.

Für die Bekämpfung und Verhütung von Menschenhandel und Menschenschmuggel liegen die Kompetenzen grundsätzlich bei den Kantonen. Wenn die Taten zu einem wesentlichen Teil im Ausland oder in mehreren Kantonen begangen worden sind und es keinen eindeutigen Schwerpunkt in einem Kanton gibt, ist der Bund zuständig.

Die Zusammenarbeit von Polizei, Strafverfolgungsbehörden, Opferhilfestellen und Nichtregierungsorganisationen ist bei der Bekämpfung des Menschenhandels zentral. Die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) im Bundesamt für Polizei  stellt die Vernetzung zwischen allen involvierten Stellen sicher und erarbeitet Instrumente und Strategien gegen diese Kriminalitätsformen. In den grossen, urbanen Kantonen existieren Runde Tische gegen Menschenhandel, welche die Koordination sicherstellen.

Die Bekämpfung des Menschenhandels stellt eine Herausforderung dar, weil es sich meist um organisierte Kriminalität mit vielen Beteiligten in mehreren Ländern und Kantonen handelt und die Opfer oft Angst haben, mit den Behörden zu kooperieren.

Die KKJPD hat die Kantone in der Herbstversammlung 2011 aufgefordert, die Umsetzung von fünf Empfehlungen der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) zu prüfen, soweit sie nicht schon umgesetzt sind. Sie umfassen die Gründung von Runden Tischen, die Bezeichnung einer zentralen Kontaktstelle, regelmässige Aus- und Weiterbildungen, zusätzliche Mittel für Opferhilfestellen und die Berücksichtigung der besonderen Situation von Opfern bei der Erteilung von Bedenkfristen und Aufenthaltsbewilligungen.