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Hooliganismus

Die gewalttätigen Ausschreitungen im Umfeld von Fussball- und Eishockeyspielen nahmen in den letzten Jahrzehnten deutlich zu. Die Gewalt geht heute meist nicht mehr von klassischen Hooligans, sondern von einer neuen, gewaltbereiten Szene aus, die weniger Interesse am Sport als an der Gewalt selbst zeigt. Sie vermischt sich oft mit den Ultrabewegungen, ist jedoch nicht identisch mit ihnen. Die grossen Fankurven bieten ihnen aber den Schutz der Anonymität.

Um Gewalt zu verhindern, sind in der Schweiz jedes Wochenende hunderte von Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

Die KKJPD hat im November 2007 mit dem Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen reagiert, dem alle 26 Kantone beigetreten sind. Es enthält Massnahmen wie Rayonverbote, Meldeauflagen, Ausreisebeschränkungen, Polizeigewahrsam sowie die Schaffung der Datenbank HOOGAN bei fedpol. Ziel ist es, die darin registrierten gewalttätigen Fans vom Umfeld der Stadien fernzuhalten.

Nach weiteren negativen Entwicklungen in den Jahren 2008 – 2011 wurde das Konkordat am 2. Februar 2012 verschärft. Die Höchstdauer von Rayonverboten wurde auf drei Jahre erhöht und die Verfügungen können Rayons in der ganzen Schweiz umfassen. Bei Gewalt gegen Personen und bei Wiederholungstätern kann direkt eine Meldeauflage angeordnet werden.

Neu haben die Behörden mit der Einführung einer Bewilligungspflicht auch die Möglichkeit, den Veranstaltern von Sportanlässen Auflagen zu machen. Sie können bauliche und technische Massnahmen in den Stadien, den Einsatz privater Sicherheitskräfte, die Stadionordnung, den Alkoholverkauf, die Zutrittskontrollen oder die An- und Rückreise der Gästefans betreffen. Zusätzlich können Matchbesucherinnen und -besucher auf ihre Identität und allfällige gültige Stadionverbote, Rayonverbote oder Meldeauflagen überprüft werden.

Dem geänderten Konkordat sind bisher 24 Kantone beigetreten.

Die KKJPD hat am 31. Januar 2014 Empfehlungen zur Umsetzung des Konkordats erlassen. Für die Umsetzung der Bewilligungspflicht wurden zusätzlich Muster-Rahmen- und Spielbewilligungen sowie Merkblätter erlassen. Für Spiele mit tiefem und mittlerem Risiko sind nur wenige zusätzliche Auflagen vorgesehen. Strengere Auflagen sollen für Hochrisikospiele gelten, beispielsweise Alkoholverbote oder der Einsatz von Kombitickets. Die Empfehlungen der KKJPD sind aber nicht bindend. Über die Auflagen entscheiden im Einzelfall die zuständigen kantonalen und städtischen Bewilligungsbehörden.