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Private Sicherheitsunternehmen

Die Sicherheitsbedürfnisse von Öffentlichkeit und Wirtschaft nehmen zu. Gleichzeitig erhöhen sich der Umfang und die Komplexität von Sicherheitsaufgaben. Die öffentliche Hand konzentriert sich deshalb auf jene Bereiche, in denen es sich um hoheitliche Aufgaben handelt, die nicht an Private delegiert werden können. Die übrigen Aufgaben im Bereich der Sicherheit werden weitgehend von privaten Sicherheitsunternehmen wahrgenommen. Gemäss Bundesamt für Statistik existieren heute in der Schweiz über 818 Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen mit über 20'456 Angestellten. Jede Bürgerin und jeder Bürger wird deshalb zunehmend mit den Angehörigen privater Sicherheitsdienste konfrontiert.

Angehörige privater Sicherheitsunternehmen nehmen im öffentlichen und im halböffentlichen Raum unter anderem die folgenden Aufgaben wahr:

  • Bewachung von Gebäuden und Personen;
  • Durchsuchen von Personen und Effekten bei öffentlichen Anlässen;
  • Aufsichts- und Ordnungsdienste bei Konzerten und Sportveranstaltungen;
  • Ausstellen von Parkbussen;
  • Kontrollen im öffentlichen Verkehr;
  • Durchführung von Gefangenentransporten;
  • bewaffnete Begleitung von Werttransporten;
  • Ladendetektivdienste und Diebstahlkontrollen;
  • Patrouillendienste in der Öffentlichkeit.

 

Bei diesen Tätigkeiten sind private Sicherheitsdienste teilweise mit Schusswaffen oder Schlagstöcken bewaffnet oder sie führen Hunde mit. Die Öffentlichkeit darf erwarten, dass Angehörige von Sicherheitsfirmen, die derart sensible Tätigkeiten ausüben, ihren Anforderungen gewachsen sind und sich angemessen verhalten. Das kann nur gewährleistet werden, wenn der Staat vorgibt, welche Voraussetzungen und welche Ausbildung private Sicherheitsagenten mitbringen müssen. Da Sicherheitsunternehmen heute häufig interkantonal oder sogar international tätig sind, ist es angezeigt, diese Bereiche für die ganze Schweiz möglichst einheitlich zu regeln.

Die KKJPD hat deshalb ein Konkordat über private Sicherheitsdienstleistungen erlassen, das Regeln über die Zulassung von privaten Sicherheitsunternehmen und ihre Mitarbeitenden, über die Geschäftsführung und über die Aus- und Weiterbildung  von Sicherheitsangestellten enthält. Dem Konkordat sind bisher zehn Kantone beigetreten. Es wird am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Für die Westschweiz hat die Conference latine des directrices et directeurs de justice et police (CLDJP) ein ähnliches Konkordat erlassen, dem die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis angehören.